Die Römer bei uns

Zeitleiste

Vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute

1. Jh. v. Chr.

Der Rhein als römische Grenze

Während des gallischen Krieges unter der Führung von Prokonsul Gaius Julius Caesar (100-44 v. Chr.) gelangen die Römer bis an den Rhein.
Die römische Besiedlung entlang des Rheins beginnt.
Zwischen den Römern und den germanischen Stämmen rechts des Rheins gibt es jedoch ständig Auseinandersetzungen.
 
1. Jh. n. Chr. Während der Regierungszeit von Kaiser Augustus (63 v.-14 n. Chr) dringen die Römer weiter nach Norden vor.  
10 v. Chr. Römische Legionen dringen unter dem Feldherrn und Stiefsohn von Augustus, Nero Claudius Drusus (38. v. Chr - 9. v. Chr.), in das heutige Hessen ein.  
9 n. Chr.

Die Schlacht am Teutoburger Wald

Der Cheruskerfürst Arminius (17 v.-21 n. Chr), auch "Hermann der Cherusker" genannt, schlägt den römischen Feldherren Varus in der legendären Schlacht "im Teutoburger Wald", bei Kalkriese. Varus verliert drei Legionen.
» www.kalkriese-varusschlacht.de
Grabstein eines in der Varusschlacht gefallenen Römers Grabstein eines in der Varusschlacht gefallenen Römers, Xanten (Foto: Universitätsbibliothek Heidelberg)
In spätaugustäischer und frühtiberischer Zeit bestehen Römerlager in Bad Nauheim, Rödgen und Friedberg. Am Dünsberg gibt es eine befestigte keltische Siedlung, ein Oppidum.  
17 n. Chr. Kaiser Tiberius zieht sich an den Rhein zurück, beendet den Krieg gegen die Germanen und versucht auf diplomatischem Weg einzelne Germanenfürsten auf seine Seite zu ziehen.  
83 n. Chr.

Domitian und der erste Krieg gegen die Chatten

Tiberius' Bruder und Nachfolger im Kaiseramt, Domitian (81-96 n. Chr.) zieht mit vier Legionen und zahlreichen Hilfstruppen nach Mainz.
Er übertritt den Rhein bei Mainz und erklärt den germanischen Chatten auf der anderen Rheinseite den Krieg. Die Chatten sind bereits unter Waffen, evtl. hatten sie die Wetterau schon zu ihrem Gebiet gemacht. Von Domitians Seite ist das ein Präventiv-Schlag. Teile von Hessen werden in der Folge römisch.
 
83-85 n. Chr.

limites

Die Chatten verbergen sich in den damals noch dichten Wäldern Mittelhessens und vermeiden die direkte Konfrontation mit den römischen Soldaten.
Um sie besser kontrolllieren zu können, schlagen die römischen Soldaten Schneisen (lateinisch: limites) in den Wald.
Die Schneisen dienen als Kontrollwege und für den Transport von Nachschub, berichtet der römische Historiker Tacitus (55-120 n. Chr.) in seinem Buch "Germania".
Schon bevor die Chatten geschlagen sind, nimmt Domitian den Beinamen Germanicus an. Angesichts der zahlenmäßigen Übermacht scheint der römische Sieg sicher. Sicher ist das Leben der Römer in Hessen jedoch nicht.
 
nach 85 n. Chr.

Germania superior

Nach Kriegsende wird zwischen 85 und 90 n. Chr. die Provinz Germania Superior (Obergermanien) eingerichtet. Die Provinzhauptstadt ist Mainz (Moguntiacum).
Römisches Theater in Mainz, Foto: Martin Bahmann Römisches Theater in Mainz (Foto: Martin Bahmann )
In der Wetterau wohnen damals nur wenige Menschen. Ihr Leben verändert sich mit der Einrichtung der neuen Provinz. Zunächst wird die Provinz vermessen, um eine Grundlage für z.B. die Grundsteuer zu haben. Neue Siedlungsformen wie Dörfer (vici) und Landgüter (villa rustica) entstehen und verdrängen teilweise die alten Siedlungen. Die Bevölkerung wird allmählich romanisiert, sie übernimmt römische Wirtschaftsformen, Mode, Sitten und Gebräuche.
Die Aufgabe des Militärs ist nun, die Provinzverwaltung zu schützen und zu unterstützen. Die ersten Strecken des Limes entstehen in der Wetterau.
 
89 n. Chr. Den nur kurz dauernden zweiten Chattenkrieg gewinnen die Römer. Ein anschliessender Friedensvertrag zwischen Römern und Chatten sichert für viele Jahrzehnte den Friedens und es kommt zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte in der Wetterau. Die Kriegsschäden am Limes werden ausgebessert und die Grenze ab jetzt bis 100 n. Chr. systematisch ausgebaut. Wache auf einem Limesturm Relief mit Ochsenkarren aus Augsburg, um 2./3. Jahr. n. Chr. (Kopie eines Originals im Römischen Museum Augsburg)
98-117 n. Chr. Während der Regierungszeit des römischen Kaisers Marcus Ulpius Traianus (53 v.-117 n. Chr.) hat das römische Reich seinen größte Ausdehnung.  
100 n. Chr. Die Grenze wird nun durch Palisaden gesichert. Die ersten Holztürme werden errichtet. Ein Grenzübertritt ist jetzt nur noch an wenigen Übergängen möglich. Rekonstruktion eines Holzturms in Lorch, Foto: Stefan Brenne Rekonstruktion eines Holzturms in Lorch, Baden-Württemberg (Foto: Stefan Brenne)
150 n. Chr.

Steintürme statt Holztürme

Die Holztürme werden nach und nach durch Steintürme ersetzt. Am Pohlheimer Limes finden sich an manchen Turmstellen Reste sowohl vom älteren Holzturm als auch vom jüngeren Steinturm, z.B. an » Wp 4/52 und » Wp 4/53.
Steintürme ersetzen die Holztürme Steintürme ersetzen die Holztürme
170 n. Chr.

Unruhen, Überfälle und Plünderungen

Während der Regierungszeit Marc Aurels (161-180 .n. Ch.) wird es unruhig im römischen Reich. Die Chatten durchbrechen den Limes, überfallen und plündern die römischen Gebiete zwischen Rhein und Main.
Wache auf einem Limesturm Wache auf einem Limesturm
Ende
2. Jh. n. Chr.

Umbau des Holzheimer Kastells

Statt der zwei Zugänge für den kleinen Grenzverkehr, gibt es nach dem Umbau nur noch einen bewachten Eingang zum Limes hin. Ein Brunnen im Inneren sichert die Versorgung mit Trinkwasser. Die Besatzung im Kastell ist offenbar reduziert worden, das Schutzbedürfnis ist gestiegen. Der Limes ist nicht länger eine kontrollierbare Militärzone, sondern eine bedrohte Grenze.
Grundriß der zweiten Bauphase Grundriß der zweiten Bauphase des Holzheimer Kastells
200 n. Chr.

Wall und Graben ersetzen die Palisaden

Wall und Graben ersetzen nach und nach die wartungsintensiven Palisaden aus Holzpfählen.
Die letzte Phase des Limesausbaus mit Wall und Graben Die letzte Phase des Limesausbaus mit Wall und Graben
213 n. Chr. Letzte Nennung der Chatten in der "Romanica Historia" des Historikers Cassius Dio (164 n. - 230 n.Chr.). Die Alamannen tauchen zum ersten Mal am Main auf.  
233 n. Chr. Im 3. Jahrhundert schliessen sich germanische Stämme zu den sog. Alamannen zusammen. Die Germanen erheben sich gegen die Römer und zerstören u.a. das Kastell Saalburg  
270 n. Chr.

Der Limes wird aufgegeben

Der Limes wird aufgegeben. Jetzt ist der Rhein wieder die natürliche Grenze zwischen dem römischem Reich und Germanien.
 
793 n. Chr.

Erste Erwähnung Fahlheims

in einer Urkunde des Lorscher Codex aus dem Jahr 793 wird die "Falheimer marca" erwähnt.
» über Fahlheim
Ein Gedenkstein erinnert an Fahlheim Ein Gedenkstein erinnert an Fahlheim
1890 Die Reichslimeskommission beginnt mit der systematischen Aufarbeitung des Limes.  
2005

Weltkulturerbe Limes

Der Obergermanisch-Raetische Limes wird UNESCO Weltkulturerbe.