Limesrundgang online

Turmstelle Wp 4/45

"Im Holzheimer Wald": Spuren eines römischen und eines mittelalterlichen Grenzturms

Von dieser höchsten Erhebung der Gegend mit 290 Metern Höhe hatten die Römer im damals noch unbewaldeten Gebiet einen guten Fernblick in alle Richtungen.

Direkt hinter dem gut erkennbaren Limeswall lassen sich im Gelände vier Hügel ausmachen. Einer von ihnen gilt als Rest eines römischen Turms, ein anderer als Rest eines mittelalterlichen Grenzturms. Dieses Nebeneinander zeigt uns heute, dass auch nach dem Untergang des römischen Reiches der alte Grenzverlauf als Territorialgrenze und später als Gemarkungsgrenze diente.

 

Ein erster Überblick

Lagezeichnung der ORL
Lageplan Wp 4/45. Nach ORL
Vier Türme

Diese Zeichnung zeigt die Ergebnisse der Grabungen der Reichslimeskommission an dieser Turmstelle am Ende des 19. Jahrhunderts.
Vier Hügel liegen seitlich des Limeswalls (grün) im Wald, der Fußweg (braun) führte damals direkt über drei der Hügel. Schon damals wurde der südlichste Hügel (blau) für den Standort eines römischen Holzturms gehalten, der nordöstliche Hügel (rot) als "Mittelalterliche Warte" identifiziert.

 

Der südlichste Hügel: ein römischer Holzturm?

Lagezeichnung der ORL
Ausschnitt Lageplan Wp 4/45, Detail. Nach ORL

Der südlichste Hügel hat einen Durchmesser von 22 Metern. Spuren im Gelände weisen darauf hin, dass er von einem Graben umgeben wurde. Funde von dieser Stelle lassen vermuten, dass es ein römischer Wachturm aus Holz war.

 

Die zwei unbekannten Hügel

Lagezeichnung der ORL
Ausschnitt Lageplan Wp 4/45, Detail. Nach ORL

Von den beiden flachen Hügeln in der Mitte ist dagegen wenig bekannt. Die Archäologen vermuten, dass es sich um vorgeschichtliche Grabhügel handelt.

 

Der nordöstliche Steinhaufen: eine mittelalterliche Warte?

Lagezeichnung der ORL
Ausschnitt Lageplan Wp 4/45, Detail. Nach ORL

Zur Zeit der Ausgrabungen durch die Limesreichskommission war noch ein rundes Steinfundament von etwa 12 Metern Durchmesser und 60 cm Höhe erhalten. Heute findet man hier nur noch einen Schutthügel. Der Steinturm an dieser Stelle wird für einen mittelalterlicher Grenzturm gehalten, der als Warte Teil der sog. Solmser Landhege (oder Landwehr), der mittelalterlichen Grenzmarkierung war.

Möglicherweise wurde dieser mittelalterliche Wachturm auf das steinerne Fundament eines römischen Limesturms gebaut.