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Die Heimatkanzel

Ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns

1929 ließ der Gießener Psychiater, Wander- und Heimatfreund Prof. Robert Sommer (1864-1937) die Heimatkanzel errichten.

Dazu angeregt hatte ihn das große Interesse der Bevölkerung an seinen Aktivitäten am Limes, besonders bei der Aufstellung des Limesgedenksteins.
Das Grundstück, eine Basalthalde am Obersteinberg mit Blick auf Gießen und das gegenüberliegende Kloster Schiffenberg, hatte er eigens zu diesem Zweck erworben.

 

"Eine Stiftung für Volksvorträge"

Das Wanderbuch von Robert Sommer
Ausschnitt aus Sommers Wanderbuch,
14. Juli 1912 (Universitätsarchiv Gießen)

Sommers Idee war es, an diesem Ort eine "Stiftung für Volksvorträge aus der Deutschen Geschichte" zu etablieren.
Einmal im Jahr, in der Regel am Sonntag vor der Sonnenwende, sollte ein Thema aus der deutschen Geschichte vorgetragen werden. Mindestens einer der Vorträge wurde offenbar von Sommer selber gehalten.
In der Bevölkerung erhielt die Heimatkanzel bald schon den Namen "Deutsche Wacht".
Noch bis zu Beginn des zweiten Weltkriegs traf sich die Heimatvereinigung Schiffenberg an der Heimatkanzel zu den von ihrem Gründungsmitglied gewünschten Vorträgen.

Gedenkstein mit einem Gedicht von Goethe.
Die Gedichttafel neben der Kanzel

Weite Welt und breites Leben,
Langer Jahre redlich streben
Ältestes bewahrt mit Treue
Freundlich aufgefaßtes Neues
Heitern Sinn und reine Zweck
Nun, man kommt wohl eine Strecke.


J.W. v. Goethe
Aus: Goethe, Sprüche VI. Jena, Mai 1817. Vorspruch zur Gedichtgruppe Gott und Welt, 1827.

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