Limesrundgang online

Das Kleinkastell Hainhaus (Limeshof)

In der Erde versteckt - von den Pflanzen verraten

Dort wo heute der Limeshof mit seinen Stallungen steht, verbirgt sich das zweite Limeskastell Pohlheims in der Erde.

Es ist das nördlichste Kastell am Wetteraulimes und mit einer Größe von über 60 x 60 Meter fast dreimal so groß wie das Kleinkastell Holzheim.
Endeckt wurde das Bodendenkmal anhand von Bewuchsmerkmalen, oberirdisch sind keine Überreste zu sehen.

 

Die Rekonstruktion des Kastells

Luftaufnahme von dem Gelände

Auf Luftaufnahmen lässt sich der Kastellgraben als heller Streifen erkennen. Auch die Hausmauern eines antiken Gebäudes sind im Feld gut zu erkennen.

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Grundriß des Kastells mit Badehaus
aus dem ORL
Größer als das Kleinkastell in Holzheim

Das Kastell mit seinem umlaufenden Graben hat eine Ausdehnung von 60 x 60 Metern. Damit waren die Ausmaße fast dreimal so groß, wie die des Kleinkastells im Holzheimer Wald. Vor der Südostecke konnten die steinernen Grundrissmauern eines Gebäudes identifiziert werden, das als Badegebäude gedeutet wird.

Plan des Badehauses beim Kastell
Grundriß des Kastellbads (?)
nach Kofler
Ein Badehaus?

Die steinernen Grundrissmauern vor der Südostecke der Kastells sind etwa 20 x 20 Meter groß und haben einen späteren Anbau, das Hainhaus. Der Grundriß ähnelt dem eines Bades, die Funktion des Gebäudes ist aber ungeklärt. Hier steht leider heute der Außenstall.

Wie geht es hier weiter?

Im hessischen Limesentwicklungsplan wird empfohlen, zum Schutz des Bodendenkmals von einer weiteren Bebauung des Areals abzusehen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung einzustellen. Langfristig wird empfohlen, durch die Anpflanzung von geeigneter Vegetation den Verlauf des Kastellgrabens deutlich zu machen.

 

Wie entstehen Bewuchsmerkmale?

Schema des Bewuchses über Mauern und über einem verfüllten Graben.
Die Pflanzen verraten die Römer

Bewuchsmerkmale, die aus der Luft im größeren Zusammenhang betrachtet werden können, spielen eine große Rolle in der Luftbildarchäologie. Die Luftbildarchäologie macht sich dabei zu Nutze, dass Pflanzen die an Stellen wachsen, an denen Steine in der Erde liegen, anders wachsen als Pflanzen, die auf reiner Erde wachsen. Es entstehen Unterschiede in der Wuchshöhe oder in der Farbe, die von oben betrachtet auffallen.

Verfüllte Gräben

Aufgefüllte Vertiefungen wie z.B. Gräben sind dunkler, weil sie mit Erde aufgefüllt werden, die mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dadurch gedeihen die Pflanzen besser, finden mehr Nährstoffe, reifen erst später und sind meist dunkler.

Mauern unter der Erde

Der Boden über Mauermaterial ist trockener und damit heller. Sind im Boden Hindernisse verborgen, wie z.B. Mauern, hemmen diese das Wachstum der Pflanzen. Die Pflanzen reifen früher und bleiben kleiner und heller. Bei Trockenheit verdorren sie früher.
Mauern und aufgefüllte Gräben speichern Wärme und Kälte anders als die Umgebung. Dadurch gefriert und taut die Oberfläche langsamer als die Umgebung. Solche Frostmerkmale lassen sich besonders gut am frühen Morgen erkennen.

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