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Gedenkstein Falheim

Aus Falheim wird Pohlheim

Falheim ist einer der alten Orte in der Gemarkung Pohlheim, die während des Mittelalters verschwanden, eine sogenannte Wüstung.

Als sich 1971 die Orte Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg zu einer Großgemeinde zusammenschlossen, wurde ein neuer Namen für diese Gemeinde gesucht. Damals erinnerte man sich an die ehemalige fränkische Siedlung Falheim am Limes.

 

Der Gedenkstein am Limeshof

Detail vom Gedenkstein
S.Scheele

Auf dem Gedenkstein steht "Falheim 793 - 1471" und darunter ist das Wappen Pohlheims abgebildet. Unter dem Wappen steht "Pohlheim 1971".
Der Name Falheim, Palheim, leitet sich vermutlich vom althochdeutschen pfal ab, das wiederum von lateinisch palus (=Pfahl) stammt, ein deutlicher Hinweis auf die benachbarte Grenzanlage.
Viele Siedlungen entlang des römischen Limes tragen heute noch den "Pfahl" der Palisaden in ihren Namen: Pfahldorf, Pfofeld, Pfahlbach oder Pfahlheim.

Abbildung des Stadtwappens
Das Wappen der Stadt Pohlheim
Der Limesturm im Wappen

Der Limes ist als Limesturm Bestandteil des Pohlheimer Wappens geworden. 1975 erhielt die Stadt das Recht dieses Wappen offiziell zu führen.

 

Woher weiß man heute etwas von Falheim?

Rund um den Gedenkstein
Der Pohlheimer Wald

Die Wiesen beim Limeshof verraten heute nichts mehr davon, dass hier bis vor rund 600 Jahren eine Siedlung bestand. Häuser und Ställe standen hier, Menschen und Tiere wohnten an dieser Stelle. Woher weiß man heute noch von der Existenz eines Ortes Fahlheim?
Zeugen dafür können alte Urkunden und Feldnamen sein.


Falheim im Lorscher Codex 793

Ein Ort Falheim wird zum ersten Mal im Jahr 793 als Falheimer marca in einer Urkunde des Lorscher Codex erwähnt. In dieser Urkunde steht, dass in diesem Jahr der Ort Holzheim von Anstrat und Ozilo neben einer Basilika auch Ländereien in Falheim geschenkt bekamen. Danach gehörte Falheim also zu Holzheim.

Pahlheim (1204), in villa Pahlheym (1307), zu Pholheim (1466)

Im Urkundenbuch des Klosters Arnsburg wird in einer Urkunde von 1204 ein Ort namens Pahlheim erwähnt. In einer anderen Urkunde aus dem Jahr 1307 findet man den Vermerk in villa Pahlheym. Mit dieser Urkunde erlaubten die von Falkensteins einem Erhard von Byringheim in Pohlheim Güter zu kaufen.
Aus dem Jahr 1392 existiert eine Urkunde über die Verleihung eines Gutes in Pohlheim, das Kuno von Bellersheim von den von Falkenstein als Lehen erhalten hatte.
1420 besass Werner von Bellersheim ein Lehen in Pohlheim, 1466 findet man dort die Ortsangabe zu Pholheim

In Urkunden aus dem Jahr 1448 und 1471 wird Falheim noch erwähnt. In einem Ortsverzeichnis von 1502 taucht der Name jedoch nicht mehr auf. Irgendwann zwischen 1471 und 1502 muss der Ort aufgegeben worden sein. Es ist nicht bekannt ob die Bewohner einfach nur wegzogen oder der Pest oder dem Krieg zum Opfer gefallen sind.

Als Flurbezeichnung, also als Name für Felder und Wiesen, blieb Pohlheim noch länger erhalten: "Pohlheimer Wald" und "Pohlheimer Wiesen".

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Lesetipps
  • Waldemar Küther, Pohlheim, 1982, S. 435-449